ein bild für bonn: hans Hartung

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

 

herzlichen Dank, dass Sie die Internetseite der Freunde des Kunstmuseums angeklickt haben. Ich freue mich, dass Sie sich für unsere Arbeit, besonders für unsere Aktion EIN BILD FÜR BONN, interessieren.

 Wichtigste Aufgabe der Freunde des Kunstmuseums e.V. ist es, sich am Erwerb von Kunstwerken für das Museum zu beteiligen. Diese Aufgabe wird immer wichtiger, wenn wir auf zwei Entwicklungen schauen: Zum einen findet eine Kulturförderung durch die staatlichen Institutionen immer mehr ab. Dazu nur eine Zahl: Als das Kunstmuseums Bonn vor mehr als 25 Jahren das Gebäude an der Museumsmeile bezog, belief sich der Ankaufsetat auf rund eine Million Mark aus dem Etat der Stadt. Der Bund steuerte damals denselben Betrag bei. Heute liegt der städtische Ankaufsetat für das Museum bei 150.000 Euro – und der Bund ist weit weg. Der zweite Trend ist eine immense Preissteigerung auf dem Kunstmarkt - nicht zuletzt wegen der Niedrigzinspolitik. 

Das heißt, dass die Entwicklung einer so herausragenden Sammlung wie der unseres Kunstmuseums Bonn noch mehr zu einer gesellschaftlichen Aufgabe geworden ist. 

Also: Die Gesellschaft sind wir alle. 

Wir haben mit Ihrer Hilfe vor zwei Jahren das Bild „Schlacht Nr. 8“ von Imi Knoebel für das Museum finanzieren können. Jetzt geht es um ein Bild von Hans Hartung, das in der Ausstellung im Kunstmuseum Bonn im vergangenen Jahr auf große Beachtung gestoßen ist. Noch ist es eine Leihgabe. Am jetzt geplanten Erwerb dieses Bildes beteiligt sich das Museum aus seinem Ankaufsetat, das Land Nordrhein-Westfalen und wir als Freunde des Museums, und wir brauchen Ihre Unterstützung.

Der Intendant des Kunstmuseums Bonn, Prof. Dr. Stephan Berg, ordnet das Werk kunsthistorisch und in seiner Bedeutung für unsere Sammlung ein.

Machen Sie mit bei unserer Aktion EIN BILD FÜR BONN!

 

Rolf Clement, Vorstandsvorsitzender

 

 

 

Hans Hartung (1904 – 1989) gehört zu den herausragenden Malerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts mit internationaler Geltung. In Leipzig geboren, verließ er Deutschland früh, um in Spanien und Frankreich zu leben. Als überzeugter Antifaschist nahm er auf französischer Seite am 2. Weltkrieg teil, den er schwer verwundet überlebte. Nach dem Krieg wurde er schnell einer der wichtigsten Protagonisten der ‚École de Paris‘ deren informelle Bildsprache die Malerei insbesondere der 1950er Jahre prägte. Hartungs Beitrag zum Informel war eine Malerei der kalkuliert-expressiven Gestik. Sie wurde zu einem Markenzeichen des Künstlers und prägte in der Folge sein Bild in der Kunstgeschichte.

Eine bedeutsame und enorm produktive Wende nimmt sein Schaffen in den knapp drei letzten Lebensjahrzehnten ab 1962, in denen das hoch experimentelle Spätwerk entsteht. Mit einem großen Repertoire  von selbst gebauten oder konstruktiv modifizierten Gerätschaften wie Spritzpistolen, Reisigbesen oder Gummipeitschen sprüht und schleudert Hartung die Farbe auf die zunehmend größer werdenden Leinwände und verwandelt damit sein früheres kalkulierendes Bilddenken in reine, energetische Bildhandlung.

 Einen Höhepunkt seiner letzten Schaffensphase markiert dabei das Gemälde ‚T1985-H41‘ aus dem Jahre 1985, das für Bonn und sein Kunstmuseum erworben und gesichert werden soll. Es handelt sich um ein hellblau grundiertes Gemälde, das in seiner Formgebung wie ein höchst vitales Archiv der Maltechniken Hartungs wirkt: Farbe wird mit dem Pinsel aufgetragen, partienweise abgebürstet und schließlich mit einer Farbschleuder auf die Leinwand gespritzt. Ein strahlendes, ungemein kraftvolles Bild, das dem Betrachter in einer Frische gegenübertritt als wäre es erst gestern gemalt und eindrucksvoll die Virulenz und Qualität des Spätwerks beweist. Für die Sammlung des Kunstmuseum Bonn wäre diese Arbeit eine wesentliche Ergänzung und Stärkung seines hochkarätigen Malerei-Profils.

 

Prof. Dr. Stephan Berg, Intendant Kunstmuseum Bonn


Der General-Anzeiger Bonn berichtet über unsere Aktion EIN BILD FÜR BONN.

Thomas Kliemann (GA, 15.1.2019)